Landschaftspflegeverband "Zittauer Gebirge und Vorland" e.V.

                   Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten
                                   des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.Die Förderung erfolgt durch das Sächsische
                                   Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

Ausgangssituation

Es kann davon ausgegangen werden, dass unter den Geflüchteten und Migranten in Sachsen viele Personen sind, die bereits in ihren Herkunftsländern in den Bereichen Landwirtschaft oder Gartenbau gearbeitet haben und für welche nun eine Beschäftigung in diesen Bereichen in Frage kommt (SMUL, 2015²). Durch gezielte Praktika können entsprechende Einblicke in die Betriebsstrukturen und vielfältigen Tätigkeitsbereiche gegeben und damit Interesse für eine Arbeitsaufnahme oder eine Ausbildung in Grünen Berufen in Deutschland geweckt werden. Ferner können Flüchtlinge und Migranten durch Praktika und Schulungen gezielt zu Fragen des Natur- und Umweltschutzes sensibilisiert werden.

Betriebe der Grünen Branche haben oft geringe Kenntnisse über Angebote im Bereich der Förderung von Flüchtlingen. Auf der anderen Seite wissen die Behörden und andere öffentliche Stellen oft wenig über den konkreten Bedarf in den Betrieben sowie über mögliche Einsatzgebiete und die damit verbundenen Arbeiten.

Landschaftspflegeverbände mit ihrer regionalen Verankerung und ihren guten Kontakten zu Behörden, Landwirtschaftsbetrieben, Kommunen und Naturschutzverbänden können in diesen Prozessen eine wichtige Multiplikatoren- und Vermittlerrolle einnehmen.


Ziele des Projekts

1. Flüchtlinge und Migranten mit Bleibeperspektive oder Aufenthaltserlaubnis sowie Migranten sollen im Rahmen des Projektes durch Praktika für die Arbeit in „Grünen Berufen“ in Garten-Landschaftsbau, Land- und Forstwirtschaft sowie in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege interessiert werden.
So sollen Teilnehmer der Praktika kurz- bis mittelfristig in diesen Bereichen in Arbeit oder Ausbildung gebracht bzw. das Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement für den Naturschutz geweckt werden. Auch eine Beschäftigung im Rahmen des Bundesfreiwilligendienst (BFD), einer Arbeitsgelegenheit (AGH) oder Rahmen anderer Arbeitsmarkprogramme ist hier als Einstieg in die „Grünen Berufe“ erstrebenswert.

2. Betrieben und Einrichtungen der Landwirtschaft, des Naturschutz- und Landschaftspflegebereiches sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden wie durch Flüchtlinge und Migranten ein Beitrag zur Lösung der bestehenden Nachwuchsprobleme im haupt- und ehrenamtlichen Sektor geleistet werden kann.

3. Das elementare Bedürfnis nach Anerkennung, welches insbesondere im Rahmen einer erfolgreichen Integration unerlässlich ist, soll befriedigt werden, indem die Geflüchteten und Migranten ihre Arbeitsleistung sowie Selbstwirksamkeit positiv wahrnehmen und durch Personen in ihrem Arbeitsumfeld wertgeschätzt werden.

4. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist essentiell wichtig für eine erfolgreiche Integration. Die Sprachkenntnisse von Flüchtlingen und Migranten sollen durch den Kontakt mit ihren deutschsprachigen Arbeitskollegen weiter verbessert und spezifisches berufsbezogenes Vokabular durch die tägliche Arbeit und zusätzlichen Sprachunterricht erworben werden.

5. Mit dem Vorhaben soll die Integration der Migranten durch Einblicke in die Arbeits- und Lebenskultur des ländlichen Raumes gefördert und gleichzeitig dazu beigetragen werden mögliche Hemmnisse und Vorurteile in der sächsischen Bevölkerung weiter abzubauen. Hierzu ist auch die Einbeziehung möglichst vieler Akteure im Rahmen des Vorhabens geplant.


Inhalte (Aufgaben und Maßnahmen)

- Vorstellung des Projektes bei möglichen Netzwerkpartnern und Gewinnung von unterschiedlichen Einsatzstellen für Praktika der Projektteilnehmer. Netzwerkpartner sind z.B. Ausländerbehörden, Naturschutzbehörden, Euroschulen, Flüchtlingsunterkünfte sowie weitere Akteure wie Flüchtlingsinitiativen. Mögliche Einsatzstellen sind Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, Garten-Landschaftsbau-betriebe, Bauhöfe der Städte und Gemeinden sowie gemeinnützige Einrichtungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

- Vorstellung des Projekts vor den Teilnehmern der Fortbildungsangebote in den Euroschulen, den Flüchtlingseinrichtungen und regionalen Flüchtlingsinitiativen zur Gewinnung von Interessenten und Teilnehmern.

- Schulung der Teilnehmer in Kooperation mit den Euroschulen zu folgenden Themen:
o Naturraum in Sachsen
o typische Tier- und Pflanzenarten
o Nutztierarten und Nutzpflanzen
o Naturschutzmaßnahmen
o typische Arbeiten in Land- und Forstwirtschaft, Galabau, Natur- und Landschaftspflege
o berufsbezogener Deutschunterricht
Schulungen sollen nach Möglichkeit mit Exkursionen verbunden werden.

- Orientierungspraktika der Teilnehmer in unterschiedlichen Betriebsformen (LPV, Landwirtschaftsbetrieb (Tierhaltung, , Ackerbau), Galabau, Bauhof der Kommunen und weitere) in enger Betreuung durch den Projektträger und die Euroschulen, je nach Interessen und Fähigkeiten der Teilnehmer (ein Praktikant je Betrieb, Wechsel des Betriebes nach ein bis zwei Wochen möglich).


Erwartete Wirkungen

 Das Projekt soll und kann damit einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen und Migranten in den Arbeitsmarkt im Bereich Grüner Berufe und zur Integration allgemein leisten.
 Darüber hinaus werden Effekte zur Stärkung des Ehrenamtes im Bereich Naturschutz durch den Einsatz von Flüchtlingen in Projekten sowie die mögliche Gewinnung von ehrenamtlich Tätigen erhofft.
 Letztendlich kann auch dieses Projekt einen Beitrag zur weiteren Vernetzung verschiedener Initiativen im Bereich Flüchtlingsarbeit leisten.
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